AZTECH AZ-1500 Receiver

Die Zeit der schwarzen und somit recht tristen Boxen scheint vorbei zu sein. AZTECH stellt mit seinem AZ-1500 einen silber-grauen Receiver vor, der den Empfang digitaler Free-to Air Programme erlaubt. Zwei CI-Slots erlauben zusätzlich den Einstieg ins Pay-TV. Alle bekannten Conditional Access-Module werden akzeptiert. Und da dieser Receiver DiSEqC 1.2-kompatible ist, kann er an einer Drehanlage betrieben werden. Das setzt allerdings ein ausreichendes Channel-Memory voraus. Hier wartet der AZ-1500 mit 2000 Programmplätzen, 500 Transponder und 50 Satelliten auf. Das dürfte für den normalen Betrieb vollkomen ausreichend sein.

Die Vorderseite des AZ-1500 hebt sich im Design deutlich von der Masse ab. Das Display für den Programmplatz und die Zeit befindet sich in einem kreisrunden Ausschnitt. Die Bedientasten für Kanalwahl, Lautstärke und Standby sind ebenfalls rund und passen sich so dem gesamten Design an. Nur die beiden CI-Slots verstecken sich unter einer kleinen Klappe auf der rechten Seite.
Die kleine- ebenfalls silbergraue – Fernbedienung paßt sich diesem Stil hervorragend an. Die logische Anordnung der Tasten erlaubt die nahezu blinde Bedienung.

Bei den Anschlüssen auf der Rückseite des Receivers finden wir den üblichen Standard. Die ZF wird durchgeschleift und somit steht das Sat-Signal einem zweiten Receiver zur Verfügung. Die beiden Scart-Buchsen verbinden den AZ-1500 mit dem TV-Gerät und einem Videorekorder. Für Regionen ohne Scart wird das TV-Gerät an die RCA-Buchsen (Video und analoges Stereo-Audio) angeschlossen. An einem weiteren RCA-Anschluss liegen programmierbare 0/12 Volt an. Hier können externe Schalter aktiviert werden. Der Modulator arbeitet im gesamten UHF-Bereich. Ein serielles Interface (RS-232) dient der Einspielung neuer Software. Die Parameter sind im Handbuch dokumentiert.

Zu Beginn paßt man das On-Screen-Display der eigenen Sprache an. Das Testmodell war offensichtlich für den nahen und mittleren Osten gedacht, denn es gab hier nur Englisch, Farsi, Arabisch und Türkisch. Die Transparenz des OSD wird dem eigen Geschmack angepaßt. Ebenso die Dauer der Info-Einblendung. Bei den A/V-Settings werden alle PAL-Normen und NTSC-M akzeptiert. Das macht den AZ-1500 nahezu weltweit einsetzbar.

Bevor ein Suchlauf startet, müssen alle Wunschsatelliten aktiviert werden. Vorprogrammiert sind alle relevanten Satelliten für Europa, Afrika und Asien. Es können allerdings zusätzlich neue Satelliten – z.B. für Südamerika und Australien – manuell festgelegt werden. DiSEqC 1.0 und 1.2 erlaubt den Betrieb an mehren Antennen/LNB´s oder an einem entsprechenden Motor. Die lokalen Oszillator-Frequenzen sind frei wählbar. Neben dem Ku-und C-Band kann auch mit dem S-Band gearbeitet werden. Beim Suchlauf können alle aktivierten Satelliten abgefragt werden, oder nur einzelne. Es kann zwischen FTA und ALLE gewählt werden. Im normalen Suchlauf dauerte die ganze Sache an einem 80-Transponder-Satelliten 6 Minuten. Bei der aufwendigeren Netzwerk-Suche sind es 12 Minuten. Aber auch die Scan-Möglichkeit einzelner Transponder mit PID-Eingabe ist gegeben. Alle Werte zwischen 2 und 45 Ms/sec. bei der Symbolrate werden akzeptiert. Der AZ-1500 ist somit voll SCPC-tauglich.

Ordnung im Programm-Durcheinander schafft ein vorzüglich gemachtes Edit-Menü. Löschen, verschieben, locken und sortieren einzelner Programme geschieht mit Hilfe von Icons, die einfach angetickt werden. Schneller und einfacher geht es kaum. Oft gesehene Programme – unabhängig vom Satelliten – werden in eine Favoritenliste übernommen und sind somit direkt abrufbar. In all diesen Menüs wird immer das aktuelle TV-Bild als Insert einhgeblendet.

Im normalen Betrieb wird beim Programmwechsel – der sehr schnell (0.5 Sekunden) erfolgt – für einen kurzen Moment der Info-Balken eingeblendet. Hier erscheinen alle Daten zum Programm: Sender, das laufende Program, der Satellit, Transponder, die Signalstärke, die Zeit und die Sprache. Will man mehr zum laufenden oder noch kommender Programme wissen, hilft der Electronic-Program-Guide (EPG) weiter. Sollte der Programmanbieter die Daten liefern, so zeigt sie der EPG des AZ-1500 selbst für 3 Wochen und mehr im voraus an. Und zwar mit detailierten Berichten zu den einzelnen Sendungen. Und das funktioniert auch beim Sat-Radio. Zumnindest einige europäische Sender liefern jetzt Angaben zu Inhalten.

Im Test wurden verschiedene CA-Module mit entsprechenden Smart-Cards installiert. Alle wurden anstandslos akzeptiert. Auch im Pay-TV-Modus ging die Umschaltung von einem Programmplatz zum anderen – auch bei verschieden CA-Systemen – sehr schnell.

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