NOKIA 9828 T

In einigen Regionen hat der reguläre Sendebetrieb die Tests digitales TV und Radio terrestrisch abzustrahlen abgelöst. Bisher kann das Programmangebot zwar noch nicht mit dem des Satelliten-Empfangs Schritt halten, doch wer nun partout keine Satellitenantenne nutzen kann, dem steht mit DVB-T zumindest hochwertiges digitales Video und Audio zur Verfügung. Und um die geeignete Antenne braucht man sich keinen Kopf zu machen, denn innerhalb des Verbreitungsgebietes funktioniert der störungsfreie Empfang oft schon mit einer kleinen Stabantenne.

Das langsam zunehmende Angebot an DVB-T Receivern kann man in zwei Kategorien einteilen. Da gibt es die auf den Europa-Empfang zugeschnittenen Geräte ohne Wahlmöglichkeit des Übertragungsmodus (2k/8K) und des Gard-Interval (1/4-1/32). Diese Receiver werden z.B. in Australien den Dienst verweigern. Ein fast weltweit einsetzbarer DVB-T Receiver ist der 9828 T von Nokia. “Fast” deshalb, weil dieser Receiver sich NTSC-Signalen verweigert.

Der 9828 T unterscheidet sich rein äusserlich kaum von einem Sat-Receiver aus diesem Hause. Die typische Vorfront weist auf der rechten Seite das Display auf, welches entweder den aktuellen Programmplatz anzeigt, oder den Programmier-Modus. Die Bedienelemente für die Kanalwahl direkt am Gerät befinden sich hinter einer Klappe. Und hier entdeckt man dann auch schnell den Einschub für ein CA-Modul. Ja, auch bei DVB-T wird es Pay-TV geben und somit hat Nokia dieses Modell darauf auch gleich vorbereitet. Auf der Rückseite wird das Antennensignal über einen UHF-Modulator transportiert. Zwei Scart-Anschlüsse versorgen das TV-Gerät und einen Videorekorder mit Video und Audio. Eine analoge Stereoanlage findet das passende Audio an zwei RCA-Buchsen und eine dritter Anschluss liefert digitales Audio(!). Das serielle Interface (9 Pin) dient der Einspielung neuer Software.

Die Antenneninstallation ist ein Kinderspiel, sofern man sich im Sendegebiet eines DVB-T Signals befindet. Ist man nicht gerade von Betonwänden umgeben, geht es auch mit einer kleinen Stabantenne im Innenraum. Als Aussenantenne bietet sich nahezu alles an, was man landläufig als Antenne bezeichnen kann. Im taufrischen Zustand meldet sich der Nokia 9828 T mit einer Willkommens-Grafik. Ein Druck auf die OK-Taste sorgt nun für die Verständigung in der passenden Display-Sprache: englisch, schwedisch, deutsch, französisch, spanisch, italienisch, dänisch norwegisch oder finnisch. Der RF-Modulator wird der richtigen PAL-Norm angepasst und schon landet der Nutzer im Suchmodus. Als Anfänger kennt man eventuell nicht die Parameter und wird den automatischen Suchlauf starten. Diese Routine sucht das gesamte UHF-Band mit den verschiedenen Parametern ab. Nach etwa 11 Minuten ist dieser Vorgang abgeschlossen und alle empfangbaren Programme sind eingelesen. Natürlich können die DVB-T Programme auch manuell gesucht werden, doch setzt dies einige Grundkenntnisse zu den Sendeparametern voraus. In Europa wird im Testbetrieb zumeist der Kanal 43 genutzt. Bei PAL G/B wäre dann die Frequenz 650 MHz. Doch wer weiss das schon? Da fehlt im – ansonsten sehr gut gemachten – Handbuch eine Kanal/Frequenz-Tabelle.

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Auch wenn das DVB-T Programmangebot noch nicht so gross ist, wird man vielleicht bestimmte Sender in eine Favoritenliste aufnehmen wollen oder andere verschieben, löschen oder umbenennen. Das Edit-Menü des Nokia erleichtert diese Arbeit erheblich. Bei der ersten Aktivierung eines Programms, wird der Nutzer überrascht sein von der hohen Qualität des digitalen Video und Audio. Und die Nutzung des digitalen Audioausgangs ist fast schon eine Verpflichtung. Etwas getrübt wird die Freude bei der Umschaltung auf einen anderen Programmplatz. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigt der Nokia glatte 1.5 Sekunden! Aus Anfangszeiten des digitalen Empfangs kennen wir das, doch nicht im Jahre 2002.

Die Infotaste liefert Daten zum laufenden und folgenden Programmen mit den Restlaufzeiten. Wer noch mehr wissen möchte, bedient sich des sehr gut gemachten Electronic Program Guide (EPG). Beide Features arbeiten auch in Radio-Mode. Wirklich schnell arbeitet der integrierte Teletext-Dekoder. Dort wo “Open TV” genutzt wird, lassen sich mit einer Taste auf der Fernbedienung entsprechende Anwendungen herunterladen. Mit der Optionstaste kann das Bildformat während einer Sendung umgeschaltet werden. Der Software-Update geschieht in Zukunft auf dem terrestrischen Wege. Und wer sich an einem Bild festbeissen möchte, friert es mit einem Tastendruck einfach ein.

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