LG LDR-220F TELE-satellit

Die klare, silberfarbene Front dieses neuen digitalen Receivers für den Empfang freier Programme unterscheidet sich angenehem von dem etwas tristen Einerlei schwarzer oder dunkelgrauer Vorderansichten. Ein nicht übermäßig großes Display in der Mitte zeigt einen der 2000 Programplätze – oder in Standby-Funktion die Uhrzeit – an. Die Tasten für die Notbedienung und Programmierung direkt am Gerät fügen sich harmonisch in das Design ein.

Genauso klar und übersichtlich geht es auf der rückwärtigen Anschlußseite zu. Die ZF vom LNB wird durchgeschleift und so steht das Signal nochmals einem eventuell vorhandenen analogen Receiver zur Verfügung. Zwei Scartanschlüsse schaffen die Verbindung zum TV-Gerät und zu einem Videorekorder. Und da die Scart-Verbindung nicht ein Weltstandard ist, liegen Stereo-Audio und Video nochmals an RCA-Buchsen an. Der eingebaute Modulator arbeitet mit den Normen PAL I, D/K und B/G und das reicht leider für den weltweiten Einsatz nicht aus. Auch mit der SatcoDX-Kompatiblität hapert es. Der Download aktueller Satelliten-Daten sollte unbedingt möglich sein. Zumal die Adaptierung an das SDX-Protokoll ausgesprochen einfach ist. So dient dann das serielle Interface lediglich der Einspielung neuer Betriebssoftware aus dem Internet.

Auf der keilförmigen Fernbedienung befinden sich alle wichtigen Features auf den Ringtasten oder in deren Nähe. Schnell gewöhnt man sich an dieses praktische Layout der Tasten. Als Extras gibt es eine PAUSE-Funktion und die INFO-Taste. Letztere läßt in einer Einblendung den Sendernamen, den Programminhalt, Datum/Zeit, die Signalstärke und die Restlaufzeit des aktuellen Programms sehen.

Ersteinmal wird man den Receiver an die Außenanlage anpassen wollen. Da der LDR-220F über DiSEqC 1.0 verfügt, können bis zu vier LNB´s angesteuert werden. Im Sat-Search Menü werden die gewünschten Satelliten aktiviert. Bei der Wahl der lokalen Oszillatorfrequenz des LNB sind keine Grenzen gesetzt. Alle wichtigen Werte (auch das C-Band) sind vorprogrammiert. Aber auch abweichende Werte können frei eingegeben werden. Ein herber Schlag ist dann allerdings die Satellitenliste. Gerade mal acht Satelliten sind gespeichert. Für Europa gibts zwar den HOTBIRD, doch die anderen EUTELSAT´s wurden schlichtweg vergessen. NILSAT gibt es , doch den genauso wichtigen AMOS sucht man vergebens. Allerdings können neue Satelliten manuell editiert werden.

Bei der automatischen Suche wird konstant die Signalqualität und Stärke bewertet. Jede Lesefehler (z.B. bei zu schwachem Signal oder falschen Transponderdaten) wird angezeigt. SCPC-Signale ab 1.870 Ms/sec. wurden im Test anstandslos akzeptiert. Beim Suchlauf am 80-Transponder-Testsatelliten sind wir heute durch extrem kurze Zeiten verwöhnt. Der LDR-220F ist da mit einem Wert von 12 Minuten eher im Mittelfeld zu finden. Einzelne Transponder lassen sich absuchen um neue Programme zu entdecken. Schnell dagegen geht beim Wechsel des Programmplatzes. Mit gerade mal 0.6 Sekunden ist die – bei digitalen Receivern typische – Verzögerung kaum zu bemerken. „Aufhänger“ beim extremen Gebrauch der Channel-up/down-Tasten gab es nicht.

Sehr komfortabel ist das Edit-Menü. Immer wird das laufende Bild als Insert eingebelendet. Wie üblich, können Programme gelöscht, verschoben oder gelockt werden. Hinzu kommt noch die Möglichkeit bestimmte Sender in vier verschiedene Favoritenlisten aufzunehmen. So könnte z.B. jedes Familienmitglied die eigenen Wunschprogramme aus der persönlichen Liste per einfachen Tastendruck abrufen.

Natürlich hat auch der LDR-220F einen „Electronic-Program-Guide“ (EPG). Er stellt die Programminhalte von Sendern dar, die diesen Service bieten. Neben den Titeln laufender und kommender Sendungen gibt es auch eine kurze Inhaltsangabe. Dies funktioniert auch in Radio-Mode, doch unverständlichwerweise nutzen Anbieter von Sat-Radio diese Möglichkeit äußerst selten. Bei mehrsprachigen Sendungen wird die richtige Sprache per einfachem Tastendruck aktiviert.

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