NOKIA Mediamaster 9470S

Wieviel sollte ein Mensch vom digitalen Sat-TV verstehen, wenn er den Entschluß fast,sich einen geeigneten Receiver zuzulegen? Eigentlich nichts, denn mehr als TV und Radio via Satellit zu genießen will er nicht.

Geht er ins Kino oder Theater,wird er wohl kaum vorher einen Grundkurs für Bühnenbildner, Schauspielerei und Kameraführung belegen. Das allerdings verlangen einige Hersteller von Sat-Receivern von ihren Kunden. NOKIA nahm sich diesen “Geschädigten” an und entwickelte mit dem neuen Mediamaster 9470S einen digitalen Sat-Receiver, der sich sowohl von seiner optischen Erscheinung und – noch viel wichtiger – von der Installationslogik deutlich von Mitbewerbern wohltuend unterscheidet.

Die kleine, schlanke Box in mattblauer Farbe hat auf den ersten Blick keinerlei Ähnlichkeit mit herkömmlichen Receivern. Auf der sanft nach unter fallenden Vorderfront gibt es lediglich zwei LED´s die in verschieden Farben Betriebszustände anzeigen. Ein Kanaldisplay fehlt. Bei TV-Programmen ist das kein Problem, denn schließlich wird der aktuelle Programmplatz im On-Screen-Display angezeigt. Beim Radioempfang ist das TV-Gerät normalerweise nicht eingeschaltet und dann beginnt das große Rätselraten zum eingestellten Sender. Sich in die fließende Form des Gehäuses einfügend, gibt es drei Tasten zur Bedienung – jedoch nicht Programmierung – des 9470S.

Bei den Features auf der Rückseite hat NOKIA an die zunehmende Verbreitung von Digital-Dolby-Surround Anlagen gedacht und dem Receiver ein AC-3 Ausgang spendiert. Und wer die Audio-Signale nur analog verarbeiten kann, der findet zwei passende RCA-Buchsen. Das ZF-Signal wird nicht durchgeschleift. Für den Anschluß des heimischen TV-Gerätes und eines Videorekorders stehen zwei Scart-Buchsen zur Verfügung. In “scart-losen” Ländern hilft ein Adapterkabel nach RCA. Der serielle Port dient dem Software-Update. Dies kann allerdings auch über Satellit geschehen. Leider ist dieser Receiver nicht SatcoDX-kompatible. Gerade bei einem Plug & Play Receiver sollte diese einfache Möglichkeit aktuelle Satellitendaten schnell und einfach einzulesen integriert sein. Hier haben andere führende Hersteller deutlich die Nase vorn.

Gefallen hat die kleine Fernbedienung. Sie kommt mit gerademal mit 7 Tasten plus Zehnerblock aus. Ein Haupteil der Arbeit übernimmt der praktische und große “Cursor-Key”. Hier erfüllt NOKIA das Versprechen, den Sat-Empfang zu einfach wie möglich zu machen.

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Jungfräulich meldet der 9470S sich mit einer ansprechenden Grafik und dem Hinweis, daß es jetzt zur Erstinstallation geht. Über die Sprachwahl des Displays (englisch, deutsch, französisch, spanisch und italienisch) gelangt man zur Antennen-Konfiguration. Hier gibt es die Wahl zwischen der Einzelantenne, dem Multifeed unter DiSEqC und einer drehbaren Antenne die unter DiSEqC oder dem hauseigenen SatScan läuft. Was man auch immer wählt, die richtigen Einstellungen werden dem unerfahrenen Nutzer sehr einfach gemacht. Immer wird die relative Signalstärke eingebelendet. Für die Wahl der richtigen lokalen Oszillatorfrequenz (LOF) stehen alle bekannten Werte für das Ku- und das C-Band zur Verfügung. Siebzehn Satelliten im europäischen, arabischen und asiatischen Teil sind bereits vorprogrammiert und weitere lassen sich manuell festlegen. Und dafür stehen 3000 Programmplätze zur Verfügung. Der Anfänger wird natürlich den anschließenden automatischen Suchlauf bevorzugen. Dem fortgeschrittenen Nutzer stehen zusätzlich der manuelle und der erweiterte Suchlauf zur Verfügung. Hier können dann auch die PID-Werte verändert werden.

Nach ca. acht Minuten hat der NOKIA 9470S den automatischen Suchlauf am 80-Transponder Satelliten hinter sich gebracht. Ohne Problem werden auch SCPC-Signale ab 2 Ms/sec. verarbeitet. Anstelle der 723 aktiven TV-Programme erkannte der NOKIA 707 Sender und beim Radioteil fehlten 27 (315/342). Ein SatcoDX-Update vor Auslieferung wäre hier hilfreich.
Eine feine Sache ist der eingeblendete Navigator NAVI von NOKIA. Er erlaubt den schnellen Zugriff auf Programme, Edit-Menüs und allen wichtigen Features des Receivers über Bookmarks. Beim Suchlauf wird nicht die Frage nach FTA oder ALLE gestellt. Das geschieht beim Navigator. Auf einen Klick werden nur alle frei zu empfangenen Programme gelistet. Bevorzugte Programme können in Favoritenlisten aufgenommen werden. Die Namensgebung dieser Listen steht dem Nutzer frei. Um Ordnung im reichhaltigen Programmangebot zu schaffen, steht eine gut gemachte Editier-Funktion zur Verfügung. Um den Überblick einzelner Sendungen nicht zu verlieren, kann ein 8-fach Timer genutzt werden, der dann zur vorgegebenen Zeiten bestimmte Programme ein- und ausschaltet. Trotz des grafischen Aufwandes, geht die Umschaltung von einem zum anderen Programmplatz sehr schnell.

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