NOKIA Mediamaster 9902 S Receiver

Die im digitalen Sat-Receiver integrierte Festplatte ersetzt mehr und mehr den analogen Videorekorder. Videoaufzeichnungen werden kaum noch archiviert. Oft geht es nur darum, zeitversetzt einen Film oder eine Dokumentation zu sehen. Das alleine wäre für den 9902 S die leichteste Übung. Richtig wohl fühlt er sich, wenn es darum geht, einen Film aufzunehmen und gleichzeitig ein bereits aufgezeichnetes Programm wiederzugeben. Immerhin erlauben die 40 GB Aufnahmen von mehr als 18 Stunden. Und das in verlustfreier digitaler Qualität. Und er hilft auch den Leuten, die gerade im spannensten Moment einer Live-Übertragung zum kleinsten Raum in der Wohnung müssen oder zum klingelneden Telefon nicht “nein” sagen können. Ein Tastendruck in einem solchen Fall veranlasst den 9902 S nun aufzuzeichnen. Später reicht ein weiterer Druck auf die Wiedergabe-Taste und nun geht es genau da weiter, wo unterbrochen wurde. Die nun nicht mehr ganz echte Live-Sendung endet dann einfach ein paar Minuten später. Immerhin passen auf die Festplatte ca. 12 Spielfilme und da muß man irgendwie Ordnung schaffen behalten. Eine gut gemachte Ordnerstruktur sorgt für den nötige Überblick.

Der Receiver mit OpenTV erlaubt den Einsatz an Einzelantennen, Multifeed-Antennen und an DiSEqC-Drehanlagen (SatScan-Motor) Allerdings ist er noch nicht USALS-fähig. Bis zu 29 Satelliten lassen sich ansteuern. Für den Empfang von Pay-TV ist er mit einem Common-Interface (Irdeto, Conax, Nagravision usw.), “embedded” Viaccess und einem passenden Kartenleser ausgerüstet. Neben den zwei Scart-Anschlüssen und dem analogen Audio spendierte NOKIA dem 9902 s auch noch einen digitalen Audio-Ausgang (SDPIF). Interaktivität stellt ein integriertes Modem her.
Sehr aufwendig sind die Grafiken gestaltet. Hierfür stehen 4 Mbytes SDRAM zur Verfügung. Während der Testperiode konnte der Mediamaster 9902 S seine intelligente Menüführung unter Beweis stellen. Zielsicher wird der Nutzer durch die gesamte Installation geführt. Verständlich kann man sich mit dem NOKIA 9902 S in englischer, schwedischer, deutscher, französischer, dänischer, norwegischer und finnischer Sprache machen. Bei der LNB/Antennen-Konfiguration werden die Werte für die lokalen Oszillatorfrequenzen (LOF) festgelegt. Hier akzeptiert der NOKIA alle Werte des Ku-Bandes und auch des C-Bandes. Bevor der automatische Suchlauf startet, entscheidet man bei anderen Receivern ob freie Programme, kodierte Programme oder alle gesucht werden sollen. Nicht so beim 9902 S. Er lädt ersteinmal alle Programme ein und später kann der Nutzer durch einfachen Tastendruck wählen, welche Gruppen er empfangen möchte. Die Reaktion nach einem Tastendruck auf die Fernbedienung des Receivers ist äußerst träge. Und so ist es auch beim Suuchlauf. Ganz 10 Minuten waren für einen 80-Transponder-Satelliten nötig. Eine kleine Entschädigung für die Langsamkeit beim Suchlauf und beim Umschalten: der NOKIA findet und verarbeitet auch die schwächsten SCPC-Signale.

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Die Editierfunktion erlaubt es nach dem Suchlauf Favoritenlisten zu erstellen, Kanäle zu sperren, zu verschieben, ihnen einen anderen Namen zu geben oder Löschungen vorzunehmen.
Einmal installiert, möchte man sich über den Inhalt der einzelnen Programme unterrichten. Der EPG liefert diese Daten. Leider wird das laufende Video nicht als Insert eingeblendet. Und genauere Programminhalte gibt es auch nur zur laufenden und nachfolgenden Sendung. Eine Aufnahme-Programmierung für eine spätere Sendung läßt der EPG des 9902 S nicht zu. Allerdings gibt es ein Reminder-Setup. Hier können die gewünschten Aufnahmen auf die Festplatte programmiert werden.

Während einer Aufnahme kann jederzeit eine andere Aufnahme angesehen werden, jedoch kein anderes TV-Programm, da der 9902 S nur einen Tuner besitzt. Beim Abspielen stehen alle möglichen Funktionen des normalen Rekorders zur Verfügung: schneller Vor/Rücklauf, Jump, Pause und Slow-Motion. Und die ganz privaten Aufnahmen können vor Kindern gesichert werden. Auch 40 GB sind einmal voll. Im täglichen Gebrauch werden dann die alten Aufnahmen wieder überspielt. Der Sammler jedoch wird dann seine Sammlerausbeute auf einen Videorekorder übertragen müssen.

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