SAMSUNG SFT-702 Satellitenreceiver

Die On-Screen-Displays werden immer bunter und schöner, doch ob das die Erstinstallation unbedingt erleichtert, bleibt dahingestellt. Der Laie – und das ist nun mal die überwiegende Mehrheit der Käufer – braucht die Hilfe beim „ersten Mal“. Beim PC ist der Installations-Wizard heute Alltag. Er führt den Nutzer in einfachster Weise durch die Installation von Programmen. Unseren Herstellern in Europa und den USA ist dazu bisher nicht allzu viel eingefallen. So werden dann eben einfach rückläufige Absatzzahlen bejammert und der Begriff Innovation bleibt ein Fremdwort. Wesentlich mehr haben die koreanischen Hersteller ein Ohr am Weltmarkt und sie gehen sehr schnell auf die Wünsvche der Käufer ein. Und so wundert es dann auch nicht, daß SAMSUNG nun erstmalig einen funktionierenden Installations-Wizard in den neuen FTA-Receiver SFT-702 integriert.

Die gesamte Technik dieses Receivers ist einem sehr kleinen Gehäuse (230x185x50mm) untergebracht. Ausnahmsweise wird die Vorfront nicht durch ein großes Dipslay in der Mitte beherrscht. SAMSUNG verschob die etwas diskrete – doch sehr gut ablesbare – Anzeige auf die linke untere Ecke der Vorfront. Das gibt dem Design einen etwas profihaften Touch. Drei Tasten erlauben die Notbedienung direkt am Gerät, nicht jedoch die Programmierung.

Bei einem so kleinen Receiver bleibt natürlich nicht viel Platz auf der rückwärtigen Anschlußseite und doch hat man es geschafft zwei Scart-Anschlüsse unterzubringen. Programmierbare 0/12 volt liegen an einer RCA-Buchse an. Das serielle Interface erlaubt die Einspielung neuer Firmware. Einen Modulator gibt es nicht, dafür ist der SFT-702 in der Lage neben PAL auch NTSC-Signale zu verabeiten. Die Umschaltung erfolgt über die Fernbedienung.

Der Unterschied zu bisher getesteten Receivern zeigt sich sofort bei der erstmaligen Aktivierung des SFT-702. Der erfahrene Eigner wird gleich zum Hauptmenü gehen, denn er ist mit der Installation vertraut. 90% aller Nutzer werden jedoch den Wizard „Start Easy Installation“ wählen, denn hier werden nun wirklich keine Kenntnisse vorausgesetzt. Sicher wird man durch alle Installationschritte geführt. Ersteinmal werden die Sprachen für das Display, Audio und Untertitel abgefragt. Hier stehen Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Türkisch und Arabisch zur Verfügung. Dann geht es auch schon in das Satelliten-Menü. Da der SFT-702 DiSEqC 1.0- und 1.2-kompatibel ist, können entweder vier LNB´s oder ein entsprechender Motor angesteuert werden. Hierfür stehen 50 Satelliten mit insgesamt 3500 Programmplätzen zur Verfügung. Da der Umgang mit DiSEqC dem Anfänger Schwierigkeiten bereiten könnte, wird bei der Aktivierung auf dem Bildschirm immer grafisch ein Multi-Schalter dargestellt. Setzt man z.B. INTELSAT 707 auf Port A, wird sofort die Verbindung zwischen Antenne, Schalter und Receiver im Bild sichtbar gemacht. Im selben Moment erscheinen auch die Balken für Signalstärke und die Qualität. Man kann da nun wirklich nichts mehr falsch machen. Natürlich muß der richtige LNB-Typ gewählt werden. Alle lokalen Oszillatorfrequenzen sind vorprogramiert. Aber auch „schräge“ LOF´s lassen sich manuell festlegen. Ist die alles getan, folgt wie üblich der automatische Suchlauf. Hier kann zwischen allen Programmen oder nur FTA mit oder ohne Network-Search gewählt werden. Der Suchlauf am 80 Transponder-Testsatelliten war in nur 5 Minuten erledigt und das macht den SAMSUNG SFT-702 zum Spitzenreiter.

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Der DXer wird natürlich nach der Möglichkeit der manuellen PID-Eingabe fragen. Die Antwort ist positiv. Transponder können neu festgelegt oder editiert werden. Ein besonderes Feature ist die Taste RESCAN der Fernbedienung. Ohne besondere Vorkenntnisse läßt sich hier per einfachem Tastendruck der gerade aktivierte Transponder aktualisieren. Das gerade gewählte Programm läuft weiter. Lediglich am unteren Bildrand wird die Funktion mit dem Suchresultat eingeblendet. Da man nicht immer alle gefundenen Programme auch wirklich sehen und hören will oder alles in einer anderen Reihenfolge haben möchte, spendierte SAMSUNG dem Receiver eine ausgesprochen komfortable Edit-Funktion. Immer wieder gewünschte Programme lassen sich in einer der insgesamt fünf Favoriten-Listen unterbringen.

Die technisch bedingte Verzögerung beim Programmwechsel ist mit 0.6 Sekunden äußerst klein und wird durch einen kleinen Trick zusätzlich kaschiert. Im Moment der Kanaltasten-Aktivierung wird das Bild für den Bruchteil einer Sekunde eingefroren und erst wenn das Video des nächsten Programms da ist, wird geschaltet. Ein Druck auf die Info-Taste zeigt den Programplatz, Zeit/Datum, die Programmart, den Titel der Sendung und die Restlaufzeit an. Will man mehr zum laufenden oder zukünftigen Programmen (bis zu 7 Tage) wissen, dann bietet der SFT-702 einen äußerst gut gemachten Electronic Program Guide (EPG) an. Er könnte nahezu eine Programmzeitschrift ersetzen. Zu den Titeln verschiedener Programme werden kurze Inhaltsangaben geliefert. Das laufende Video bleibt dabei imer als Insert sichtbar.Der EPG arbeit auch im Radio-Bereich, doch wird der Service nicht von allen Programanbietern geliefert.

Den Spieltrieb fördert die integrierte Freeze-Funktion des Videos und wem am Samstag die Parade der Volksmusik auf allen Kanälen auf die Nerven geht, dem bietet der kleine SFT-702 das Videospiel Tetris. Wer am 25. Mai 2141 ein Date hat, der findet den korrekten Wochentag (Freitag) im On-Screen-Kalender des Receivers.

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